Mittwoch, 8. Januar 2020

didacta-Themendienst | "Das Abitur ist so vergleichbar wie noch nie."

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing auf dem Forum Bildung 2019 in Köln Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing auf dem Forum Bildung 2019 in Köln Frederieke Tambaur

Auf Basis des föderalen Systems im Abitur so viele Gemeinsamkeiten wie möglich auf höherem Niveau zu schaffen: Das fordert Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands. Im Interview spricht sie zudem über die Gefahr einer zunehmenden Polarisierung in Bildungseinrichtungen.

Frau Prof. Dr. Lin-Klitzing, in 2017 wurde der gemeinsame Abituraufgabenpool eingeführt. Wie vergleichbar ist das Abitur rund drei Jahre später?

Das Abitur ist so vergleichbar wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der Abiturprüfungspool ist zwar noch nicht für alle Aufgaben in jedem Bundesland verbindlich, aber daran arbeitet die Kultusministerkonferenz der Länder. Diese gemeinsame Weiterarbeit ist eine wichtige Komponente für eine stärkere bundesweite Vergleichbarkeit. Allerdings machen die Abiturprüfungen weniger als ein Drittel der Abiturnote aus. Selbst wenn die Vergleichbarkeit hier vollkommen gewährleistet wäre, gilt das nicht für das gesamte Abitur: Zwei Drittel der Abiturnote setzen sich aus den erbrachten Leistungen in der gymnasialen Oberstufe zusammen.

Forum Bildung
26. März 2020, 13.30 bis 14.30 Uhr – Halle 3, Stand 3E72

"Abitur-Pool versus Zentralabitur – was ist besser?" – Podium mit Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Prof.‘in Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands, und  Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg

Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Forum Bildung ist im Rahmen des Messebesuchs kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
www.bildungsmedien.de/fb

Wie könnte die Vergleichbarkeit dort gesteigert werden?

Ich plädiere für mehr Vergleichbarkeit auf höherem Niveau. Bundesweit müssten alle Schülerinnen und Schüler 40 Kurse in der zweijährigen gymnasialen Oberstufe belegen. Momentan werden je nach Bundesland 32 bis 40 Kurse eingebracht – die Differenz ist zu groß. Zudem sollte es überall fünf Abiturprüfungsfächer geben. Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache werden im Abitur durchgängig belegt – zusätzlich sollte sowohl in einer Naturwissenschaft als auch in einer Gesellschaftswissenschaft geprüft werden. Wir sollten auf der Basis des föderalen Systems versuchen, so viele Gemeinsamkeiten wie möglich auf einem erhöhten Niveau zu schaffen. Aus meiner Perspektive sind wir auf einem guten Weg dahin.

Was halten Sie von einem Zentralabitur?

Zuerst muss definiert werden, was ein Zentralabitur ist. Wenn ausschließlich die schriftlichen Leistungen in Deutsch, Mathe und einer Fremdsprache vergleichbar geprüft werden, lehne ich das ab. Wir brauchen auch bei den Anforderungen in der zweijährigen Oberstufe mehr Vergleichbarkeit.


didacta – die Bildungsmesse: Auf der weltweit größten Messe für den gesamten Bildungsbereich zeigen vom 24. bis 28. März 2020 in Stuttgart über 800 Unternehmen aus rund 40 Ländern ein umfassendes Leistungsspektrum von Ausstattungen und Einrichtungen, Bildungsmedien und didaktischen Materialien für alle Bildungs- und Erziehungsbereiche. Die ideellen Träger der didacta – die Bildungsmesse sind der Verband Bildungsmedien e. V., Frankfurt am Main, und der Didacta Verband der Bildungswirtschaft e. V., Darmstadt.

www.didacta-messe.de
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