Donnerstag, 6. Dezember 2018

didacta-Themendienst: Vielfalt leben, Toleranz lehren

Raúl Aguayo-Krauthausen auf der didacta 2018 Raúl Aguayo-Krauthausen auf der didacta 2018 Frederieke Tambaur

Bildungseinrichtungen sind der Spiegel einer immer diverser werdenden deutschen Gesellschaft. In allen Institutionen, von der Kita bis hin zu Hoch- und Berufsschulen, gilt es daher, heterogene Gruppen zu erreichen. Eine Mammutaufgabe.

Geschlecht, Herkunft, Religion, körperliche oder geistige Einschränkungen: Menschen unterscheiden sich. Ein gelungenes gesellschaftliches Miteinander ist die Basis einer demokratischen Gesellschaft. Das Bildungssystem hat hieran einen wichtigen Anteil. Mit der Diversität steigen auch die Herausforderungen an Erzieher, Erzieherinnen und Lehrkräfte. Die Aufgabe der Verantwortlichen im Bildungssystem geht weit über die reine Wissensvermittlung hinaus. Damit Mobbing und Ausgrenzung aus dem Alltag der Bildungseinrichtungen verschwinden und soziale und kulturelle Vielfalt gelebt werden kann, müssen allen Beteiligten Werte wie Toleranz und Offenheit nähergebracht werden.

Respekt und Empathie

Werteorientiertes Handeln ist dabei die Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders, das die Andersartigkeit der Mitmenschen nicht als Ballast, sondern als Chance versteht. Die Kultusministerkonferenz (KMK) orientiert sich dabei an dem Ziel der UN-Erklärung zur Menschenrechtsbildung und -training, „eine universelle Kultur der Menschenrechte zu fördern, in der sich jeder der eigenen Rechte und der Verantwortung gegenüber den Rechten anderer bewusst ist“. KMK-Präsident Helmut Holter erklärte im Rahmen einer Empfehlung der Kultusministerkonferenz jüngst, dass „die Förderung von Empathie, Respekt, Achtung und Toleranz“ genauso zur Demokratie- und Menschenrechtsbildung in der Schule gehöre wie der Umgang mit Vielfalt.

Gemeinsam ans Ziel

Doch wie kann das Miteinander gelingen? Als wirksam gelten multiprofessionelle Teams. Dabei arbeiten Erzieher/-innen und Lehrkräfte mit Experten und Expertinnen aus der Sozialarbeit, Sonderpädagogik, Integrationshilfe sowie Lern- und Physiotherapie zusammen. Bei einer Arbeitsteilung nach Kompetenzen sollen Lehrkräfte so entlastet werden und mehr Zeit für die individuelle Förderung und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler aufbringen können. Teamarbeit ist auch für Raúl Aguayo-Krauthausen unabdingbar. Der Inklusionsaktivist und Autor plädiert außerdem für zieldifferentes Lernen, bei dem die Lernziele von Schülerinnen und Schülern individuell festgelegt werden. Außerdem müsse die Klassengröße laut Aguayo-Krauthausen deutlich reduziert werden: „15 Kinder pro Klasse sind sicherlich eine Zielmarke, die erfolgversprechend ist“. Für eine gelingende Inklusion müsse letztlich auch mehr Geld von Seiten der Politik investiert werden. Denn ebenso dringend erforderlich sind Weiterbildungsangebote, zum Beispiel von Beschäftigten an Schulen im Umgang mit Multikulturalität im Klassenzimmer oder mit Inklusion.

Forum Bildung
21. Februar 2019, 11:00 bis 12:00 Uhr – Halle 7, Stand D 40/E 41

"Inklusion in der Schule: Welcher Weg führt zum Erfolg?", Podium mit Raúl Aguayo-Krauthausen (Inklusions-Aktivist und Autor), Heinz-Peter Meidinger (Präsident des Deutschen Lehrerverbandes), Eva-Maria Thoms (1. Vorsitzende mittendrin e. V.)

Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Forum Bildung ist im Rahmen des Messebesuchs kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. www.bildungsmedien.de/fb

Die gesellschaftliche Vielfalt als Chance anzuerkennen, ist auch das Anliegen des Sozialaktivisten Ali Can. Als Reaktion auf die Montagsdemonstrationen von Pegida rief er 2016 die „Hotline für besorgte Bürger“ und im Sommer 2018 den Hashtag #metwo ins Leben, unter dem Menschen ihre Alltagserfahrungen mit Rassismus teilen. Im Interview mit dem Online-Magazin der Süddeutschen Zeitung „jetzt“ kritisiert er einen „institutionellen Rassismus in der Schule“. Um dieses vermeintliche Problem zu beheben, schlägt er Anti-Rassismus-Trainings für Lehrkräfte vor. Denn: Viele Lehrkräfte sind hoch motiviert, sich für Vielfalt zu engagieren, suchen aber konstruktive Unterstützung und Lösungen für ein gelungenes Miteinander – tagtäglich. Der Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft hält immense Herausforderungen auf vielen Ebenen bereit. Eine Generallösung gibt es nicht, dafür aber viele Ideen und Macher, die sich dafür einsetzen, dass aus der Utopie Realität wird.

Forum Bildung
21. Februar 2019, 13:30 bis 14:30 Uhr – Halle 7, Stand D 40/E 41

 "Lehrkräfte in der Kritik: Rassismus in der Schule? ", Podium mit Ali Can (Journalist, Lehramtsstudent und Gründer des Vereins „Interkultureller Frieden e. V.“), Dr. Cornelia Gresch (Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, IQB),  Dr. Ilka Hoffmann (Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der GEW, Organisationsbereich Schule) 

Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Forum Bildung ist im Rahmen des Messebesuchs kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. www.bildungsmedien.de/fb


didacta – die Bildungsmesse: Auf der weltweit größten Messe für den gesamten Bildungsbereich zeigen vom 19. bis 23. Februar 2019 über 800 Unternehmen aus rund 40 Ländern ein umfassendes Leistungsspektrum von Ausstattungen und Einrichtungen, Bildungsmedien und didaktischen Materialien für alle Bildungs- und Erziehungsbereiche. Die ideellen Träger der didacta – die Bildungsmesse sind der Verband Bildungsmedien e. V., Frankfurt am Main, und der Didacta Verband der Bildungswirtschaft e. V., Darmstadt.

www.didacta-messe.de

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