Donnerstag, 17. Mai 2018

Teilhabe für Blinde und Sehbehinderte: Stellungnahme des Verband Bildungsmedien zur Umsetzung der Marrakesch-Richtlinie

Die Bildungsmedienverlage begrüßen und unterstützen das Anliegen, welches dem Vertrag von Marrakesch und der EU-Umsetzungsrichtlinie zugrunde liegt: Blinden und sehbehinderten Menschen muss eine Teilhabe gesichert werden.

Das betont der Verband Bildungsmedien e. V. in seiner Stellungnahme gegenüber dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zu dem Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Marrakesch-Richtlinie über einen verbesserten Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken zugunsten von Menschen mit einer Seh- oder Lesebehinderung.

Der Verband Bildungsmedien e.V. vertritt die Interessen der Bildungsmedienverlage. Dies sind in Deutschland 76 Unternehmen. Hierzu gehören die Schulbuchverlage ebenso wie die pädagogischen Fachbuch- und Lernmittelverlage, die Anbieter von digitalen Unterrichtsmedien, von Bildungssoftware, die Verlage für die Erwachsenenbildung und die Anbieter von sonstigen Bildungsmedien.

Unbürokratisch und kostenlos

Von jeher gestatten die Bildungsmedienverlage den Blinden- und Sehbehinderten-Organisationen eine Umwandlung ihrer Werke in barrierefreie Werke und machen hierfür die Inhalte ihrer Werke kostenlos zugänglich. Dieser Prozess funktioniert seit langer Zeit völlig problemlos.

Um auch künftig die Teilhabe von Blinden und Sehbehinderten zu ermöglichen, plädiert der Verband Bildungsmedien nachhaltig für die Einführung eines Zulassungsverfahrens für „befugte Stellen“, die künftig veröffentlichte Werke in barrierefreie Formate umwandeln und verbreiten. Denn befugte Stellen tragen eine erhebliche Verantwortung für die Einhaltung der urheberrechtlichen Vorschriften und müssen gleichzeitig sicherstellen, dass die von ihnen verarbeiteten Daten der Ursprungswerke und die von ihnen hergestellten barrierefreien Exemplare geschützt werden. Anderenfalls entstündet den Rechtsinhabern ein erheblicher Schaden.

Die von den „befugten Stellen“ umgewandelten Werke sollten zudem von diesen kostenlos an die Nutzer abgegeben werden müssen. Damit sollte vermieden werden, dass umgewandelte, barrierefreie Werke mit den Ursprungswerken am Markt konkurrieren.

Die vollständige Stellungnahme finden Sie unten zum Download.

 

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