7. Reckahner Bildungsgespräche

7. Reckahner Bildungsgespräche Heike Schulze

„Inklusion“, 10. und 11. Mai 2012

Zum siebten Mal veranstaltete der Verband Bildungsmedien e. V. die Reckahner Bildungsgespräche, die am 10. und 11. Mai in Reckahn und Potsdam stattfanden. 65 Teilnehmer aus Wissenschaft, Schulpraxis, Lehrerbildung, Politik und Bildungsverlagen diskutierten kontrovers über das Thema Inklusion.

2008 hat Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ratifiziert. Damit ist klar: Die Inklusion wird kommen. Offen ist aber, was gemeinsamer Unterricht pädagogisch, didaktisch und schulorganisatorisch bedeutet. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit dieses Ziel erreicht werden kann? Auf dem Eröffnungspodium sprachen hierüber Susanne Rusche vom Thüringer Kultusministerium, Prof. Dr. Winfried Kronig von der Universität Fribourg und Dr. Jürgen Schneider, der Berliner Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung.

„Gelingensbedingungen und gute Praxis“ waren Thema der anschließenden Veranstaltung. Bei der Umsetzung der Inklusion kann Deutschland von langjähriger eigener Erfahrung mit „Integrations“-Projekten und ausländischen Vorbildern lernen. Wie Inklusion in der deutschen Schulpraxis erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigte der Hamburger Schulleiter Pit Katzer auf. Mit ihm diskutierten Prof. Dr. Bernd Ahrberg von der Humboldt-Universität in Berlin, Norbert Brugger vom Städtetag Baden-Württemberg und Dr. Heidi Ottilia Niederstätter, Inspektorin beim Deutschen Schulamt in Bozen, Südtirol.

Inklusion kann ohne kompetente Lehrkräfte nicht gelingen. Aber wie kann man Lehrerinnen und Lehrer so vorbereiten kann, dass sie ihre neue Aufgabe professionell gestalten können? Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung, Prof. Dr. Joachim Kahlert, Direktor des Münchener Zentrums für Lehrerbildung, Heike Noll vom Staatlichen Schulamt Brandenburg und Prof. em. Ulf Preuss-Lausitz von der Technischen Universität Berlin diskutierten auf dem dritten Podium Wege zur Professionalisierung der Lehrkräfte.

Die 4. Veranstaltung stellte schließlich die Frage: Überfordert die Inklusion unsere Gesellschaft? Die Behindertenrechtskonvention schränkt die Inklusion nicht auf einzelne Schularten ein, sondert definiert sie als neue gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Lernen und Arbeit ebenso beinhaltet wie Kultur und Freizeit. Ob die Öffentlichkeit diese umfassende Herausforderung bereits angenommen hat, erörterten Ute Erdsiek-Rave, die Vorsitzende des Expertenkreises „Inklusive Bildung“ der Deutschen UNESCO-Kommission, und Prof. em. Dr. Annedore Prengel von der Universität Potsdam.

Die Reckahner Bildungsgespräche sind eine Veranstaltungsreihe des Verband Bildungsmedien in Kooperation mit der Universität Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Dresden. Sie bieten ein Gesprächsforum, auf dem die Ziele der Bildungsreformen und deren Umsetzung konstruktiv hinterfragt und abseits der tagespolitischen Zwänge diskutiert werden. In einer Zeit des tief greifenden Umbruches im Bildungssystem soll der interdisziplinäre Dialog intensiviert werden. Dafür werden Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Bildungspraxis und den Medien eingeladen.

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