Mittwoch, 8. Februar 2017

Gegen Raubbau am Urheberrecht, für die Sicherung des Bildungsstandortes Deutschland

Mit einem Appell richten sich Autor/-innen und Verlage an die Bundesregierung und die Länder und fordern von ihnen, den Bildungsstandort Deutschland zu stärken und diesen nicht mit einer Einschränkung der Publikationsfreiheit und des Urheberrechts zu schwächen.

Der Appell „Die Bildungsrepublik braucht freie Autoren und eine vielfältige Verlagslandschaft mehr denn je“ richtet sich gegen die bestehenden Pläne zur Änderung des Urheberrechts, durch die „sämtliche privatwirtschaftlich erbrachten Leistungen von Autoren und Verlagen“ ignoriert würden.

 

Bildungsstandort in Gefahr

Autoren und Verlage sehen den Bildungsstandort Deutschland in Gefahr, wenn die professionelle Veröffentlichung von Forschungsergebnissen, aber auch jede andere Literatur, die zu Bildungs- und Forschungszwecken genutzt wird, weitgehend vom Urheberrechtsschutz ausgenommen wird. „Wenn Bildungsmedien für Schule und Hochschule uneingeschränkt analog oder digital vervielfältigt werden können, wird dieser Markt zusammenbrechen“, betonen Autoren und Verlage: „Kein Autor und kein Verlag werden dann mehr professionelle Unterrichtswerke und -materialien entwickeln können.“

„Man kann leicht erkennen, dass mit den Reformüberlegungen der Markt für Wissenschafts- und universitäre Fachliteratur komplett ausgehebelt wird“, erklärt Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien e. V., der die Interessen der rund 80 professionellen Bildungsmedienverlage in Deutschland, darunter wissenschaftliche Fachverlage, vertritt. „Dahinter steht das offensichtliche Desinteresse, in moderne Bildungsmedien zu investieren – obwohl die Lehrenden und Lernenden eine vernünftige Ausstattung der Schulen und Hochschulen mit vollem Recht verlangen.“

 

Geistiges Eigentum respektieren

Der Verband Bildungsmedien e. V. unterstützt deshalb den Appell. Darin wird die Regierung aufgefordert, die Wissenschaftsfreiheit und das geistige Eigentum zu respektieren, den Bildungsstandort Deutschland zu schützen und die weitere Debatte im engen Dialog mit den betroffenen Autoren und Verlagen zu führen. 

Der bereits von zahlreichen Autorinnen und Autoren wie Verlagen unterzeichnete Appell fordert, dass Autorinnen und Autoren in Wissenschaft und Bildung frei entscheiden dürfen, ob, wann und zu welchen Bedingungen sie publizieren. Er betont zudem, dass die geplanten Änderungen im Urheberrecht nicht zu einem Verlagssterben und im Ergebnis einem staatlichen Publikationswesen führen dürfen, das das qualitativ hochwertige Angebot einer unabhängigen Verlagslandschaft niemals ersetzen kann. Autoren und Verlage zeigen sich bereit für einen neuen Dialog mit dem Gesetzgeber.

 

www.publikationsfreiheit.de

 

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