Dienstag, 9. Februar 2016

Bildungsmedienverlage 2015: Lehren und Lernen im Einwanderungsland Deutschland

Pressekonferenz zur didacta 2016 Pressekonferenz zur didacta 2016 Koelnmesse

2015 haben die deutschen Bildungsmedienhersteller mehr als 8.000 Titel für die allgemeinbildende Schule, die berufliche Bildung und Erwachsenenbildung auf den Markt gebracht. Den Umsatz der Branche schätzt der Verband Bildungsmedien e. V. auf 550 Mio. Euro.

„2015 war ein Jahr, in dem der Wandel schulischer Bildungskonzepte sehr deutlich geworden ist“, erklärt Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien e. V. Der Wirtschaftsverband vertritt die Interessen der rund 75 Bildungsmedienhersteller in Deutschland.

Durch die Aufnahme der großen Zahl von Flüchtlingen in Deutschland kommt der schulischen Integration und sprachlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie dem Spracherwerb von Erwachsenen eine hohe Bedeutung zu. „Die Bildungsmedienverlage entwickeln dafür dringend benötigte, spezifische Unterrichts- und Lernmaterialien, die die verschiedenen Lernvoraussetzungen und Wissensstände aufgreifen und berücksichtigen“, so Diepgrond.

Dieses gilt im Besonderen für die Bereiche Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ). In der Erwachsenenbildung stieg die Nachfrage hier um rund 30 Prozent. Auch in der frühen Bildung, den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen ist 2015 ein spürbarer Bedarf entstanden. Weit über 1.000 Titel hat die Branche für die Sprachförderung in den so genannten Übergangs- oder Willkommensklassen im Angebot.

Insgesamt erzielten die im Verband Bildungsmedien e. V. vertretenen Bildungsmedienhersteller 2015 einen geschätzten Brutto-Umsatz von 550 Mio. Euro. Davon entfielen rund 70 Prozent auf die allgemein bildende Schule, 15 Prozent auf die Erwachsenenbildung im Bereich Sprachen und IT, 10 Prozent auf die berufliche Bildung in Schule und Ausbildungsbetrieb sowie 5 Prozent auf die frühe Bildung.

Zur Produktpalette gehört selbstverständlich auch eine stetig wachsende Anzahl digitaler Angebote. Die Nachfrage nach digitalen Medien ist jedoch nach wie vor sehr gering; zum Branchenumsatz tragen digitale Bildungsmedien kaum bei. Die Gründe dafür liegen in der vielfach unzureichenden Finanzierung technischer Infrastruktur, zu geringen Bildungsmedien-Budgets und fehlender Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte.

Dennoch baut die Branche ihr Angebot „Digitale Schulbücher“ weiter aus. Auf der didacta 2016 können die Messebesucher/-innen den neuen BILDUNGSLOGIN testen. Mit einem zentralen Login stehen dann digitale Schulbücher, Online-Anwendungen und angereichertes Unterrichtsmaterial verschiedener Verlage zur Verfügung. „Digitale Schulbücher“ hat über 100.000 Nutzer/-innen, mehr als 3.000 Titel sind verfügbar.

„Professionelle Bildungsmedien tragen politische Reformen und neue didaktische Ideen verlässlich in die Klassenzimmer“, betont Diepgrond. Existentiell dafür ist ein stabiles Urheberrecht. Der Verband Bildungsmedien e. V. hat deshalb im vergangenen Jahr den Referentenentwurf eines „Gesetzes zur verbesserten Durchsetzung des Anspruchs der Urheber und ausübenden Künstler auf angemessene Vergütung“ heftig kritisiert. „Das ist ein untauglicher Vorschlag“, so Diepgrond: „Besonders das Rückrufrecht nach fünf Jahren, das in das freie Ermessen der Autoren gestellt werden soll, ignoriert in eklatanter Weise die Abhängigkeiten und wirtschaftlichen Realitäten der Erstellung von Bildungsmedien. Es ist für uns nicht akzeptabel.“

Der Verband Bildungsmedien vertritt die Interessen von rund 75 Bildungsmedienherstellern in Deutschland. Mit insgesamt 60.000 lieferbaren Produkten für rund 3.000 Lehrpläne und über 300 Ausbildungsberufe unterstützen sie Lehrkräfte in allen Bereichen des Unterrichts – analog und digital, lehrplangerecht, rechtssicher und didaktisch geprüft. Weitere Informationen finden Sie unter www.bildungsmedien.de.

Sie finden den Verband Bildungsmedien e.V. auf der didacta – die Bildungsmesse vom 16. bis 20. Februar in Köln in Halle 6, Stand E 48/F 49. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Info: Ermittlung des Branchenumsatzes
Der genannte Branchenumsatz ist eine Schätzung des Verband Bildungsmedien e. V. aufgrund einer Befragung seiner Mitgliedsverlage. Es ist der Umsatz über alle bei den Bildungsmedienherstellern erhältlichen Produktkategorien hinweg, d. h. sowohl analoge als auch digitale Angebote, für Lehrende und Lernende, für die Schule und für zu Hause. Für den Bereich Schulbuch sind die staatlich zu gewährenden Anschaffungsrabatte bereits eingerechnet, um eine gleichwertige Berücksichtigung aller Produktarten zu ermöglichen.

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