Pädagogik der Vielfalt

 

Teilhabe: Anspruch einer Pädagogik der Vielfalt

Bildung ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und Grundlage für die Gestaltung erfolgreicher Lebensbiographien. Hierbei kommt der Pädagogik eine tragende Rolle zu. Die Pädagogik fokussiert sich auf eine anforderungsgerechte Bildungs- und Erziehungspraxis und geht somit über das bloße Unterrichten und über das Vermitteln von Fachwissen hinaus.

Dieser Grundansatz der Pädagogik gilt für alle Phasen des lebenslangen Lernens. Auch in Volkshochschulen und privaten Weiterbildungseinrichtungen ist es das Ziel von Pädagogik, den sich wandelnden Anforderungen der Lebenswelten und des Arbeitsmarktes an die Lernenden gerecht zu werden.

Bildungseinrichtungen – von der frühkindlichen Bildung über Vorschulen und allgemeinbildende Schulen bis hin zu Einrichtungen der Erwachsenenbildung – haben neben der reinen Wissensvermittlung auch einen erzieherischen Auftrag. Im Unterricht werden Lernende durch unterschiedliche didaktische Methoden, wie beispielsweise kooperative Lern- und Arbeitsformen, auch auf ein gesellschaftliches Miteinander vorbereitet.

Lernende sollen zu einem selbstreflektierten Umgang mit sich und anderen befähigt werden. Darin eingeschlossen ist – auch durch Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven – die Wahrnehmung, Akzeptanz und Wertschätzung anderer.

Pädagogik im Unterricht folgt dem Anspruch, durch die Vermittlung von fachlich-methodischen, personalen und sozialkommunikativen Kompetenzen alle Lernenden mitzunehmen und ihnen durch Bildung die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. 

Dabei soll moderne Pädagogik aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufnehmen. Heterogenität und Vielfalt in unserer Gesellschaft prägen zunehmend auch den Unterrichtsalltag und sind daher zwangsläufig zu einer Aufgabe der Pädagogik geworden.

Für Lehrkräfte stellen Vielfalt und Diversität eine große Herausforderung dar. Die Unterschiedlichkeiten der Lernenden, insbesondere in Bezug auf Herkunft, Geschlecht, soziale Zugehörigkeit und sozioökonomischen Status, müssen auch von einem pädagogischen Standpunkt aus adressiert werden.

Entscheidend ist daher, dass durch die didaktische Einbeziehung von Vielfalt ein gleichberechtigtes Unterrichtsumfeld geschaffen wird, in dem Vielfalt nicht nur als Herausforderung, sondern als wirkliche Chance verstanden wird.

 

Die Rolle der Bildungsmedienverlage

Der Verband Bildungsmedien e. V. spricht sich entschieden für ein demokratisches und respektvolles Miteinander im deutschen Bildungssystem aus. Akzeptanz und Toleranz in der schulischen und beruflichen Bildung sind für die offene Gesellschaft unabdingbar und müssen fundamentale Bausteine in Lehr- und Lernmitteln sein.

Die im Verband Bildungsmedien e. V. organisierten Bildungsmedienverlage setzen neueste pädagogische und didaktische Erkenntnisse in qualitätsgesicherten und lehrplangerechten Bildungsmedien um.

Die Verlage verstehen sich als Mittler zwischen Politik, Lehrkräften und Lernenden, um eine gemeinsame Basis für die unterschiedlichen pädagogischen Interessen zu schaffen und diese in Lern- und Lehrmitteln umzusetzen.

Damit kommt den im Verband Bildungsmedien e. V. vertretenen Bildungsverlagen bei der Sicherstellung des individuellen Bildungserfolges und der gesellschaftlichen Teilhabe des Einzelnen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion, eine entscheidende Rolle zu.

Die von den Verlagen erarbeiteten Bildungsmedien geben nicht nur Fachwissen wieder, sondern arbeiten dieses pädagogisch, methodisch und didaktisch auf. Damit haben Lehrkräfte die Sicherheit, dass ihre Unterrichtsmaterialien unter neuesten pädagogischen Gesichtspunkten und auch mit Blick auf eine Pädagogik der Vielfalt erarbeitet worden sind.

Gleichzeitig stellen die Bildungsmedienverlage sicher, dass die von ihnen entwickelten analogen sowie digitalen Bildungsmedien kulturelle und sprachliche Vielfalt aufgreifen. Moderne Bildungsmedien erweitern Bildungshorizonte durch differenzierte Lernwege, berücksichtigen unterschiedliche Sichtweisen auf Religionen und Weltanschauungen und thematisieren Mehrsprachigkeit als Kompetenz.

Dementsprechend haben sich die Mitglieder des Verband Bildungsmedien e. V. im Rahmen der Erklärung der Kultusministerkonferenz vom Oktober 2015 verpflichtet, in der Lehr- und Lernmittelentwicklung auf pluralistische Darstellungen von Lebenswirklichkeiten unter Beachtung der Rahmenvorgaben, Fachdidaktiken und anerkannten Fachwissenschaften für Bildungsmedien zu achten. Der Verband Bildungsmedien e. V. hat zu diesem Thema eigens Ansprechpartner innerhalb seiner Mitgliedsunternehmen benannt, die für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen.

 

Von der Politik erwarten wir, ...

  • dass stärker in die pädagogische Aus-und Weiterbildung von Lehrkräften, insbesondere im Hinblick auf eine sich stetig weiter entwickelnde Rolle von Lehrerinnen und Lehrern, investiert wird. Lehrkräfte sind und bleiben auch in Zukunft der ausschlaggebende Faktor im Klassenraum.
  • dass ausreichend Mittel und Kapazitäten bereitgestellt werden, um Vielfalt und die Teilhabe aller flächendeckend zu ermöglichen. Vorbereitende und begleitende Fortbildungen, die Absenkung der Lerngruppengrößen und situationsgerechte Teamstrukturen in den Lerngruppen sind die dringendsten Handlungsfelder.
  • dass „Willkommensklassen“ für Geflüchtete mit konkreten curricularen Vorgaben, Materialien und Ressourcen ausgestattet werden. Hier braucht es lehrplangerechte Verfahren und hinreichende Budgets für die Anschaffung von Bildungsmitteln, die Vielfalt garantieren.
  • dass Schülerprognosen und Bildungsetats mit Blick auf eine stetig zunehmende Migration kritisch hinterfragt und wirklichkeitsgerecht angepasst werden. Die bloße Aufstockung der Klassengrößen ist keine Lösung, vielmehr führt an der Neueinstellung von Lehrkräften kein Weg vorbei.
  • dass die für das Gelingen von Inklusion nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Jede inklusive Lerngruppe braucht eine gezielte, an ihren konkreten Gegebenheiten und Bedürfnissen ausgerichtete Zuweisung von Ressourcen. Nur so kann auf die unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen der Lernenden anforderungsgerecht eingegangen werden.

 

Wussten Sie, dass ...

  • die Bildungsmedienbranche weit über 1.000 geeignete Materialien für Willkommensklassen anbietet? 
  • die Erklärung der Kultusministerkonferenz vom Oktober 2015 „Darstellung von kultureller Vielfalt, Integration und Migration in Bildungsmedien“ gemeinsam mit Organisationen von Menschen mit Migrationshintergrund und den Bildungsmedienverlagen erstellt worden ist?
  • ein curricularer Schwerpunkt in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern auch das Thema Diversität und Heterogenität als Bedingungen von Schule und Unterricht ist?

 

Mehr Informationen rund um Bildungsmedien und Bildungsmedienverlage in Deutschland: www.bildungswelten.info

 

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