Bildung - Qualität und Erfolg

 

Bildung in Deutschland: Wo stehen wir?

Bildung ist eine der zentralen Ressourcen für den Produktions-, Innovations- und Wissensstandort Deutschland. Bildung ist der Garant für die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit, den Wohlstand und die soziale Sicherheit eines Landes. Sie ist zugleich Basis für den Erfolg individueller Lebensbiografien. Dabei muss Bildung sich dem Wandel der Gesellschaft und neuen globalen Herausforderungen anpassen: Deutschland und Europa stehen vor den komplexen Entwicklungen einer globalisierten, zunehmend digitalisierten Welt, in der die Innovationskraft das entscheidende Kriterium für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens ist. Insbesondere die Digitalisierung hat das Potenzial, unser Zusammenleben, unsere Art und Weise zu arbeiten und unsere wirtschaftlichen Prozesse zu revolutionieren. Auch die wachsende Zahl aus Krisen- und Kriegsgebieten Geflüchteter stellt neue Aufgaben an moderne Gesellschaften – schafft jedoch auch Chancen durch erfolgreiche Integration. Gleichzeitig sind unsere demokratischen Institutionen gefordert, auf die Gefahren des wachsenden Populismus sowie einer zunehmenden Radikalisierung überzeugende Antworten zu finden.

Entwicklung individueller Potenziale

Jedes Kind, jeder Jugendliche und jeder Erwachsene soll – unabhängig von kultureller oder sozialer Herkunft oder materiellen Grundbedingungen – die bestmöglichen Bildungschancen erhalten, um dem Ideal der Chancengleichheit nahezukommen.

Generell hat sich der Bildungsstand der Bevölkerung in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Im 6. Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2016“1) wurde darauf hingewiesen, dass die Bildungsunterschiede zwischen Menschen mit und solchen ohne Migrationshintergrund verringert werden konnten. Gleichwohl sind Personen aus sozial weniger begünstigten Familien sowie junge Menschen mit Migrationshintergrund in der Gruppe der formal gering oder nicht Qualifizierten nach wie vor überdurchschnittlich stark vertreten. Hier muss Bildungspolitik ansetzen – gute Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftlichen Aufstieg. Dies setzt allerdings entsprechende finanzielle Ressourcen voraus: Bei den jährlichen Ausgaben pro Schüler liegt Deutschland im Grundschulbereich mit rund 7.750 US-Dollar unter dem OECD-Durchschnitt (rund 8.250 US-Dollar).2) Der Anteil der öffentlichen Ausgaben an den Gesamtbildungsausgaben liegt in Deutschland ebenfalls unter dem OECD-Durchschnitt.3)

Was sind die Aufgaben von Bildung?

Bildung hat die Aufgabe, Lernende zu befähigen, sich in einer zunehmend komplexen gesellschaftlichen Umgebung zu mündigen und reflexionsfähigen Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln. Der Einzelne muss durch Bildung die Fähigkeit erwerben, die eigene Biographie und den Umgang mit seinem Umfeld selbstbestimmt gestalten zu können. Durch die vermittelten Kompetenzen wird gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit möglich. 

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Lehrerinnen und Lehrer. Sie müssen durch rechtlich sichere, qualitativ hochwertige, didaktisch zuverlässige und lehrplangerechte Bildungsinhalte – frei von wirtschaftlichen und politischen Interessen – in ihren Lehraufgaben unterstützt werden.

 

Was tragen Bildungsmedienverlage zur stetigen Verbesserung unseres Bildungswesens bei?

Die im Verband Bildungsmedien e. V. organisierten Bildungsmedienverlage entwickeln im Dialog mit Politik, Lernenden und Lehrenden qualitativ hochwertige, lehrplangerechte und aktuelle Bildungsmedien. Die Verlage sind zuständig für die pädagogisch passgenaue Gestaltung von Lerninhalten, die den Lernenden entlang seiner gesamten Bildungsbiographie begleiten. Diese Lerninhalte sind individuell an die Bildungsvorgaben der jeweiligen Bundesländer, der unterschiedlichen Schulformen und der Bildungsstufen angepasst.

Die Bildungsmedienverlage sehen sich als Partner der Lehrkräfte und stehen in ständigem Kontakt mit diesen, um die Bildungsmedien an die Bedürfnisse der Lehrkräfte sowie der Lernenden anzupassen und stetig zu verbessern. Die Verlage unterstützen die Lehrkräfte dabei, Lerninhalte und Wissensgebiete zu strukturieren und aus den offen formulierten Lehrplänen schulinterne Curricula und eigene Materialien zu erarbeiten. Zeitliche und fachliche Anforderungen an die Lehrkräfte sind so stark gestiegen, dass Lehrerkollegien sich nicht mit all diesen Themen zur Genüge auseinandersetzen können.

Kernkompetenz der Bildungsmedienverlage ist es, die Inhalte der Lehrpläne unter Berücksichtigung neuester didaktischer und pädagogischer Erkenntnisse umzusetzen und dabei auch innovative (z. B. digital unterstützte) Lehr- und Lernmethoden in die Klassen zu bringen. Bildungsmedienverlage übersetzen somit die bildungspolitischen Vorgaben der Politik in konkret nutzbare Unterrichtseinheiten und Lernprozesse, die über mehrere Jahrgangsstufen gehen und schlussendlich die Lernenden auf standardisierte Abschlüsse vorbereiten, sie also „prüfungsfähig“ machen. Die von den Mitgliedern des Verband Bildungsmedien e. V. entwickelten Bildungsinhalte bieten somit einen roten Faden, der Lehrende unterstützt, ohne sie methodisch einzuengen. Selbst wenn Lehrende wechseln, garantieren die Lernmedien eine durchgehende, ununterbrochene Lernbiographie.

Die Digitalisierung ist eine chancenreiche Ergänzung existierender Bildungsanstrengungen und stellt – zielgerecht und dosiert eingesetzt – eine enorme Unterstützung der Lehr- und Lerntätigkeit dar. Die Mitglieder des Verband Bildungsmedien e. V. stellen den Lehrenden und Lernenden verlässliche, qualitäts- und rechtegesicherte Digitalinhalte zur Verfügung, etwa in Form von E-Books, Bildungssoftware oder Online-Portalen. Dabei betrachten die Bildungsmedienverlage digitale Medien als Instrument methodischer und inhaltlicher Innovationen, aber nicht als alleinige Problemlöser anstehender pädagogischer oder didaktischer Themen.

Auch außerhalb der schulischen Bildung spielen Bildungsmedien eine zentrale Rolle, wie etwa bei der frühkindlichen Bildung, der Aus- und Weiterbildung sowie bei privaten Lehrangeboten. In der lebenslangen Vermittlung von Kompetenzen durch methodisch und didaktisch passgenaue Inhalte liegt ein weiteres Hauptanliegen der Mitglieder des Verband Bildungsmedien e. V. und ihrer praxiserfahrenen Fachleute. Einheitliches Ziel ist die Freisetzung des persönlichen Potenzials des Lernenden entlang seiner gesamten Lernbiographie.

Der Verband Bildungsmedien e. V. – Partner aller Akteure unseres Bildungswesens

Um Qualität in der Bildung deutschlandweit zu gewährleisten, braucht es einen zentralen, gut vernetzten und klar positionierten Partner. Der Verband Bildungsmedien e. V. nimmt aktiv teil am Dialog zwischen Lernenden, Lehrenden, Eltern und Politik und gestaltet diesen mit. Ziel seiner Aktivitäten und Positionierungen ist es dabei stets, die Qualität unseres Bildungswesens zumal im digitalen Zeitalter zu gewährleisten und so den Bildungserfolg jedes Einzelnen zu sichern. Zu diesem Zweck hat der Verband folgende politische Empfehlungen formuliert.

 

Was erwarten wir von der Politik?

Die im Verband Bildungsmedien e. V. organisierten Bildungsmedienverlage setzen sich für Rahmenbedingungen ein, die die Schaffung qualitativ hochwertiger Bildungsmedien gewährleisten.

Kompetenz und  Expertise der Bildungsmedienverlage nutzen!

Der staatliche Bildungsauftrag kann nur gemeinsam im Zusammenspiel mit allen beteiligten Akteuren erfüllt werden. Hierbei spielen die Bildungsmedien als Garant für qualitativ hochwertige Inhalte eine herausragende Rolle. Die Bildungsmedienverlage stehen allen an der Bildungsdebatte Beteiligten als Gesprächspartner und Mitgestalter zur Verfügung. Das gilt besonders für die Weiterentwicklung unseres Bildungswesens unter digitalen Vorzeichen: Eine erfolgreiche Digitalisierung des Bildungssystems ist nur mit qualitativ hochwertigen Inhalten möglich – das Primat der Technik darf nicht das Primat des Lernens und der Pädagogik überlagern!

Bildungsmedienverlage früher in die Lehrplanentwicklung involvieren!

Bereits heute sind die Bildungsmedienverlage stark in die Erarbeitung von schulinternen Curricula aus den Lehrplänen involviert. Sie verfügen über exzellent ausgebildete Fachleute zu allen Bildungsthemen, sind sehr gut vernetzt und haben Erfahrung in allen Bundesländern. Um die daraus resultierende Expertise optimal anzuwenden, sollten Bildungsmedienverlage wesentlich früher in die Lehrplanentwicklung der einzelnen Bundesländer eingebunden werden – vorzugsweise bereits in der Entwurfsphase und nicht erst, wenn die Endfassung vorliegt.

Anforderungsgerechten Finanzierungsrahmen gewährleisten!

Bildungsmedien werden von praxiserfahrenen Fachleuten aus Schule und Wissenschaft in Zusammenarbeit mit den Verlagen entwickelt. Die Verlage erbringen eine umfassende konzeptionelle, redaktionelle, organisatorische und finanzielle Leistung. Diese muss auch künftig angemessen kompensiert werden. Es muss daher gewährleistet sein, dass in den Landeshaushalten auch künftig substantielle Mittel für die Finanzierung des Bildungswesens und von Bildungsmedien vorgehalten werden. Privates Engagement kann hierbei helfen und ist erwünscht, solange es nicht zu unzulässiger Einflussnahme führt. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass nicht einseitig in die technische Infrastruktur (Tablets etc.), sondern gleichermaßen in Inhalte, Qualität und Didaktik investiert wird.

Urheberrechte sichern!

Um die Qualität der Bildungsmedien weiterhin zu gewährleisten, müssen auch in Zukunft deren Inhalte geschützt sein. Das am 30. Juni 2017 vom Deutschen Bundestag verabschiedete Gesetz zur „Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (UrhWissG)“ darf keinesfalls dazu führen, dass der Schutz des Primärmarktes in Frage gestellt oder unterminiert wird. Vielmehr muss dauerhaft sichergestellt sein, dass die Leistungen und Investitionen der Verlage sich am Markt refinanzieren lassen. Dafür ist – wie in anderen, sich zunehmend digitalisierenden Branchen auch – ein starkes Urheberrecht unerlässlich.

 

1) www.bildungsbericht.de

2) Im Sekundarbereich hingegen liegt Deutschland mit rund 10.650 US-Dollar über dem OECD-Durchschnitt (rund 9.500 US-Dollar). (http://www.keepeek.com/Digital-Asset-Management/oecd/economics/die-oecd-in-zahlen-und-fakten-2015-2016/bildungsausgaben_factbook-2015-74-de#page2)

3) Ebda.

 

Wussten Sie, dass ...

  • es in Deutschland mehr als 3.000 unterschiedliche Lehrpläne gibt?
  • die Preisspanne der Bildungsmedien von wenigen Euro (z. B. Stempel) bis zu mehreren hundert Euro (z. B. digitale Wandkarte als Schullizenz) reicht?
  • die Entwicklung eines Lehrwerks und der dazugehörigen Materialien eines Jahrganges üblicherweise mindestens ein Jahr in Anspruch nimmt?
  • der durchschnittliche Preis für ein Schulbuch (Hardcover) 2015 bei 17,21 Euro (Börsenverein des Deutschen Buchhandels) lag?
  • die Herstellung von digitalen Bildungsmedien gegenüber gedruckten keine Kostenersparnis mit sich bringt? Statt der Druckkosten fallen beispielsweise Kosten für Pressung oder Hosting an. Für die Herstellung notwendige Software muss angeschafft oder gar entwickelt werden. Hinzu kommen Fremdrechte im Text- und Bildbereich.

 

Mehr Informationen rund um Bildungsmedien und Bildungsmedienverlage in Deutschland: www.bildungswelten.info

 

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